Am 8. März 1999 war es endlich soweit!
Vier in gelb gekleidete "Kehrmännchen" präsentierten
sich auf dem Aachener Marktplatz,
um ihre Arbeit offiziell von dort aus zu starten.
Das Aufsehenerregende: zwei ebenfalls gelb lackierte Reinigungsmaschinen, die vom Papierschnipsel
über Cola-Dosen bis zum Hundekot alles in sich aufnehmen, was Aachens Straßen derzeit an Verunreinigungen zu bieten haben. "Saubere Innenstadt" lautet die Devise dieser gemeinsamen Initiative von Verwaltung, Handel und der Initiative Aachen.

Besucher, Gäste und Aachener Bürger sollen sich in unserer Stadt wohlfühlen. Ein sauberes Erscheinungsbild der Straßen und Plätze in der Aachener Innenstadt ist dazu eine wichtige Voraussetzung. Ergänzend zur täglichen Grundreinigung werden ab 1. März 1999 zusätzliche Teams für die Säuberung besonders belasteter Fußgängerflächen eingesetzt. Sie entfernen Abfälle und Verschmutzungen, die tagsüber nach den regulären Reinigungsarbeiten angefallen sind.

Ergebnisse einer Meinungsumfrage:

In einer jüngst durchgeführten Befragung äußerten rund 35 % der befragten Passanten und Haushalte in Stadt und Region Aachen, die Meinung, daß sich die Sauberkeit in der Innenstadt in den letzten fünf Jahren verschlechtert hat bzw. gleich schlecht geblieben ist.

Dieses Meinungsbild haben wir ernst genommen - auch wenn 65% der befragten Personen Zufriedenheit äusserten. Unsere Lösung "Sauberkeit" gibt´s sicherlich nicht zum Nulltarif. Aber die Bürgerinnen und Bürger über den Gebührenhaushalt weiter zu belasten, stellte für uns auch keine zumutbare Lösung dar. Deshalb die "Aktion Sauberes Aachen".

Was ist neu an dieser "Aktion Sauberes Aachen"?
Das Personal der Stadtreinigung bemüht sich tagaus, tagein um eine saubere Stadt. Mit Maschinen und Besen sammelten sie z.B. 1997 fast 3.300 t Straßenkehricht, das sind 9 t pro Tag. In den Fußgängerzonen geschieht dies mit Rücksicht auf die Passanten bereits am frühen Morgen. Der tagsüber anfallende Müll bleibt dann, für jedermann sichtbar, bis zum nächsten Tag liegen.
Die "Aktion Sauberes Aachen" will diese Lücke jetzt ausfüllen: Zusätzliche Reinigungskräfte werden in Zweierteams werktags - und im Bedarfsfall an Sonn- und Feiertagen - im Innenstadtbereich eingesetzt. Sie entfernen alle Abfälle und Verschmutzungen, die nach den regulären Reinigungsarbeiten der Stadt Aachen angefallen sind.

Wer bezahlt die "Aktion Sauberes Aachen"?
Zur Finanzierung sind die Stadt Aachen, der Märkte- und Aktionskreis City e.V. und die Initiative e.V. eine Projektpartnerschaft eingegangen, die zeigt, daß man mit vereinten Kräften zu tragfähigen Lösungen kommen kann: Die Stadt Aachen hat zunächst vier zusätzliche sozialversicherungpflichtige Vollzeit-Arbeitsplätze eingerichtet, die mit Sozialhilfeempfängern aus Aachen besetzt und nicht über den Gebührenhaushalt finanziert werden.
Der Märkte und Aktionskreis City e.V. und die Initiative Aachen e.V. haben eine leistungsfähige Reinigungsmaschine gekauft, die im Handbetrieb bis in den kleinsten Winkel der Einkaufsstrassen für Sauberkeit sorgen kann. Die Maschine wird den städtischen Reinigungsdiensten als Dauerleihgabe überlassen.

Die Vorteile der Aktion

  • Mehr Sauberkeit durch zusätzliche Reinigungsleistungen und durch den Einsatz von leistungsstarken Arbeitskräften und Maschinen.
  • Ein besseres Erscheinungsbild der Straßen und Plätze und damit eine bessere Akzeptanz von Aachen bei Bürgern und Besuchern.
  • Vier zusätzliche sozialversicherungspflichtige Vollzeit-Arbeitsplätze.
    Das sind vier neue Lebensperspektiven!
  • Keine höhere Gebührenbelastung der Bürgerinnen und Bürger.

Unser zusätzliches Angebot: Die Reinigungsleistungen dieser Arbeitskräfte können ebenfalls für private Reinigungsleistungen in Anspruch genommen werden. Bei Interesse steht Ihnen Herr Lennartz von den Aachener Stadtbetrieben gerne zur Verfügung.

Unsere Bitte:

Wir können lediglich Symptome bekämpfen, indem wir durch häufigere Reinigung die Straßen und Plätze der Stadt Aachen weitestgehend sauber halten.
Es sollte - aus unserer Sicht - auch so mancher "Stadtbenutzer" "vor der eigenen Türe kehren", seine "Entsorgungsgewohnheiten" überdenken und ändern bzw. mehr Aufmerksamkeit gegenüber achtlos oder mutwillig erzeugten Verschmutzungen entwickeln.

In diesem Sinne setzen die Projektpartner ihre Hoffnung auf die Beteiligung aller, sei es durch ähnliche Vereinbarungen zwischen Verwaltung und Sponsoren in anderen Stadtteilen oder durch tatkräftiges Anpacken vor der eigenen Haustür.